5. Sudan

2 h und viele Gebühren später, dann stehen wir vor den Toren der sudanesischen Grenze. Ein Bus hält neben uns. Alle Afrikaner steigen aus und ein Mann im Mundschutz misst jedem die Temperatur, natürlich ohne Wechsel einer Schutzfolie. Wir werden ohne diese Prozedur nach 15 Minuten hineingebeten. Wir laufen 3 h lang von einem Gebäude zum Anderen: Sicherheitscheck, Autoversicherung, Carnet des Passages abstempeln,…

Die erste Nacht verbringen wir in Wadi Halfa am Hotel Cleopatra wo wir die Dusche nutzen dürfen. Abends sehe ich einen europäisch anmutenden Schatten und da sitzt er Freddie mit Fahrrad und Hund. Er hat uns gefunden. Die Freude ist groß. Nun wird zwischen den zwei Autos noch ein Zelt aufgebaut. Die Verwunderung der Einheimischen scheint nun noch weiter übertroffen. Leider trennen sich unsere Wege nächsten Mittag nach dem wir uns alle haben als Aliens registrieren lassen für 521 SP p.P. In Abri besuche ich das örtliche Krankenhaus und wohne einer Sprechstunde bei. Ein Arzt ohne Spezialisierung, der alles therapiert und operiert, jedoch auch Fälle an Spezialisten weiter überweisen kann ( welches eine weite Reise bedeuten kann).

Unsere Reise führt uns erneut in die Wüste und langsam in die Nähe der Meroe Pyramiden und Khartoums. Hier und da sehen wir auch jetzt schon alte Tempel. Der Gesang der Vögel sistiert erst in der Wüste, dafür trifft man dort auf Kamelherden. Das betteln nimmt deutlich zu. Eine sehr unangenehme Situation irgendwo lang zu laufen und es wird einem „money“ hinterhergerufen oder es wird direkt hinterhergelaufen. Warum die Regierung, die ihr Öl, Gold und weitere seltene Erden verkauft es nicht schafft die Menschen zu verpflegen…. es ist traurig anzusehen. 04.04.17: Dominik vergisst bei einem Imbiss seine Kameratasche samt Portemonnaie und Go Pro. Am Auto der Schock und jetzt gebe ich zu, war ich erstaunt… der Imbissbesitzer hat sie weggeschlossen und als er Dominik sah sofort geholt und wollte keine Belohnung. Wir haben wirklich Glück gehabt.

Am nächsten Tag fahren wir weiter durch die Wüste. Es wird immer heißer, das iPad schaltet sich ab und immer häufiger erblickt man die sogenannten Fatamorganas. Wir sehen ganze Seen und man kann dies auch auf Kamera festhalten ( zuhaus denke ich bestimmt “ oh welches Gewässer hast du denn da fotografiert.“). Manchmal schaue ich dann in der Karte auch nach ob da nicht Wasser in der Nähe sein könnte. Aber, nein. Weiterhin ist der Straßenrand gesäumt von kaputten Autoreifen. Die Wüste ist ein großer Friedhof, aufgezählt nach Häufigkeit: Autoreifen, Plastiktüten, Kadaver Rinder, Kamele, Esel, Ziegen. Das alles jedoch gesammelt am Straßenrand wiederkehrend. Die Wüste ist jedoch so schön. Und die Ruhe , Dunkelheit, Sternenhimmel nachts, selten schön. Sonst werden wir vom örtlichen Mullah mit seinem Megaphon geweckt. Erstes Gebet meist zwischen 3-4 Uhr morgens. Mittlerweile sind wir dies so gewöhnt, dass es kaum noch auffällt. Es geht am 06.04.2017 weiter. In der Wüste stoßen wir auf ein Highlight, die Pyramiden von Meroe. An der Kasse wird ein Schreiben vorgelegt in welchem steht, dass der Eintritt 20 $ kosten soll. Sie sieht unsere Gesichtsausdrücke und reduziert sofort auf 100 sudanesische Pfund, welches etwa 5 $ sind. Die Grabanlagen sind einigermaßen gut erhalten. Zwischen den Pyramiden lassen wir uns auf dem Rücken von Kamelen tragen. Rens pumpt einen Fußball auf und schenkt ihn den Kids, die uns versuchen Souvenirs zu verkaufen. Ein kleiner Streit entfacht um einen Besitzer festzulegen.

Später am Tag erreichen wir Khartoum, die Hauptstadt und finden schnell das German Guesthaus. Dies wird von Norbert betrieben. Wir treffen auf weitere Reisende. Wir campen alle (3 Farzeuge) in der Straße und zahlen für die Nutzung seiner Badanlage, Wäscheservice, Getränke und Pool. Durchatmen von der Wüstenhitze. Zum Guesthouse gehört auch eine riesigen Landschildkröte. Ich merke, dass werden Tage ganz nach meinem Geschmack . Hier lernen wir auch Ross and Kathy kennen, Südafrikaner unterwegs ans Nordkap. Sie führen den Blog “ beyondthebonnet“ , welcher sehr witzig geschrieben ist.

Es herrschen etwa 42 Grad tagsüber und es kühlt nachts in unserem Auto nur auf 36 Grad ab, daher ist einschlafen etwas schwierig. Am Freitag schauen wir auf einem alten Friedhof dem Tanz der Sufi zu. Die Menschen freuen sich, beten, feiern. Am Abend kocht Günther, dieser ist am Abend zuvor aus Deutschland eingeflogen und wohnt dauerhaft im Gasthaus. Es gibt Spargel und Kassler. Alles im Fluggepäck mitgebracht. Es sind tolle Abende.

Am 09.04. nach nur einer Stunde Wartezeit halten wir unsere mit äthiopischen Visa versehenen Pässe in der Hand. Das internationale Guesthouse ( German Guesthouse) besorgt währenddessen die Traffic and Photo Permit für den Rest Sudans. Morgen soll es nun weitergehen, denke ich. Es ist etwas traurig sich von den Anderen zu trennen. Haben soviel gemeinsam gelacht und geschwitzt. Haben auch Günther lieb gewonnen. Wir füllen den leeren Tank, erledigen Einkäufe, kontrollieren den Gasstand. Es Schein alles für die Weitereeise nach Äthiopien vorbereitet. Das Land befindet sich jetzt leider immer noch im Ausnahmezustand. Dieser wurde am 30.03. verlängert. Hinzu kommt, dass nun auch in Ägypten nach den zwei Anschlägen auf christliche Gemeinden   Der Ausnahemzustnd ausgerufen wurde. Hoffe Ross und Kathy kommen zurecht und dass dort bald wieder Ruhe einkehrt. Als wir losfahren wollen, platzt ein Druckluftschlauch und schon verbringt Dominik den Tag mit der Suche nachErsatzteilen sowie Einbau Dieser. Da im Auto etwa 50 Grad herrschen, darf man auch kaum etwas anfassen um sich nicht zu verbrennen. Danach kommt ein Weiterfahren erst einmal nicht in Frage, nur eine Cola und der Sprung in den Pool. Später der wohltuende Besuch des O Zone Cafés. Europäisch anmutend mit gemischten Speisen.

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