6. Äthiopien 

Nach insgesamt einer Stunde und keinerlei Gebühren dürfen wir mit unserem Auto nach Äthiopien. Von dem Grenzgebäude und einer Straße voller Menschen trennt uns ein Seil, welches der Zollbeamte zur Seite wirft und los. Eine Versicherung sollen wir uns unterwegs besorgen. Ich bin verblüfft, 16 Grad kühler, vollkommen andere Vegetation und die ersten kleinen Papageien fliegen an uns vorbei. Überall stehen Menschen und winken zum Teil auch. Die Behausungen stehen unmittelbar am Straßenrand und bestehen zumeist nur aus dünnen Baumstämmchen.

Mensch und Tier wohnt eng vereint.

Ich bemerke einen Biss mit starker Schwellung und Rötung am Schienbein. Am Folgetag verschwindet die Schwellung, aber der Lilaton fängt an mich zu beunruhigen. Wir nehmen täglich als Malariaprophylaxe Doxycyclin und ich hoffe, dass dies auch beim Bein greift. Den Tag haben wir in Gonder verbracht und u.a. eine Schlossanlage besucht sowie den langen Weg zu Tim und Kims Camp am Tanasee angetreten.

Leider schlägt unser Rad auf der unwegsamen Straße gegen einen Fels. Der Reifen hat nun einen Riss. Ich muss ,glaube ich, weinen. Wir verbringen bedingt durch mehrere Reparaturarbeiten sowie das Osterfest 4 Tage im Camp. Ostermontag sollen dann weniger betrunkene Fahrer auf der Straße sein. Die Zeit verbringe ich mit der Entdeckung verschiedenster Vogelarten vom Adler über Ibis bis hin zu Papageien ist hier einiges zu sehen. Die unmittelbar benachbarten Paviane entdecken wir allerdings nicht. Vielleicht auch besser so. Das Bein heilt langsam. Es wird für das Abendbrot hier im Camp eine Ziege getötet und der Kopf liegt bis zuletzt in der Einfahrt. Am 16.04. nachts um 3 Uhr endet die Fastenzeit und es werden Tiere geschlachtet. Die Überreste einer dieser Ziegen finden wir im Park wo ein Hund gemeinsam mit einem Geier sich darüber hermachen.

17.04.17 Den Reifen wechselt innerhalb 25 Minuten ein Team chinesischer Arbeiter eines Wasserprojektes in unserer Nähe. Erleichterung. Sie empfehlen uns allerdings auch Gitter an alle Fenster zu machen wegen der ganzen Steineschmeisser hier. Wir treffen auf unserem Weg Richtung Lalibela sowohl einen weiteren Deutschen mit Auto als auch einen Fahrradfahrer aus Argentinien. Dieser kann es kaum noch erwarten das Land zu verlassen, da er, wie eigentlich ziemlich jeder Tourist hier, mit Steinen beschmissen wird. Wir haben einen Trick, der bisher funktioniert. Wir winken, wenn Steine aufgehoben werden. Und dann wird zurückgewunken. Eine winkende Hand ist keine werfende Hand. Es läuft bisher gut. Aktuell finde ich es zum Teil anstrengend hier, die Landschaft macht es jedoch wett. Um uns herum Hochland mit wunderschönen Bergketten. 18.04.17: 06:00 3200 m, 18 Grad im Auto, Schlafsäcke wieder rausgeholt. Haben die Nacht an einer Tankstelle mit Wache verbracht. Nun geht es direkt weiter nach Lalibela. Die Stadt beherbergt eine christlich bedeutsame Stätte. Elf aus Stein, also aus dem Fels heraus, gehauene Kirchen. Seit 1976 Weltkulturerbe. Aktuell beläuft sich der Eintritt auf 50 USD p.P.

Nahrungsmittel einkaufen ist erschwert, da es kaum etwas gibt außer Kekse, Zwiebeln, Bohnenmus und Sauerteigbrot. Fleisch gibt es. Es hängt an zumeist der freien Luft ohne Kühlung. Alles Andere schon schwieriger. Oder wie Kim, die sei 10 Jahren hier lebt, sagte: “ if you see it, buy it.“ Desto mehr Kilometer wir zurücklegen desto mehr ist man von der Fahrweise der anderen Straßenteilnehmer überrascht. Leider dadurch bedingt viele Unfälle. Wir fahren weiter zu Lake Hayk. Hier bekommen wir Pelikane, Maribu Storche und auch unsere Störche zu sehen. Bäume voll davon. Auch die ersten Pavianbanden begegnen uns in den Bergen. 22.04.: Wir erreichen Addis Abeba, welches auf circa 2500 m liegt. Dort treffen wir Rolf, einen seit 17 Jahren in Afrika lebenden, Mann. Bei ihm kommen wir unter und werden wie ein Teil der Sippe behandelt. Rolf ist stolzer Besitzer des „Bush Babys“ , eines 8×8 MAN KAT, also eines noch viel größeren Expeditionsmobils. Neben dieses gesellt sich unser Mobil und schon wirkt unser Auto bescheiden klein.

Waren am Folgetag im Kino “ Going in Style“. Rolf nimmt uns mit in die Stadt um eine Versicherung abschließen zu können. Unterwegs wollen wir Rolfs Auto aus der Werkstatt abholen. Das Auto bekommen wir ohne Benzin obwohl er es mit einem Viertel vollem Tank abgegeben hat, mit den Worten wir sollen um die Ecke an der nächsten Tankstelle tanken. Etwa ein Kilometer später geht der Motor aus: Batterie und Tank leer. Prima Leistung der Werkstatt. Dies wird nur mit “ this is Africa“ kommentiert. Es kommt einer aus der Werkstatt angefahren und gibt uns einen leeren Ölkanister. Er meint wir sollen eine Tankstelle suchen und dann hätten wir 4 Liter Benzin. Er könne dies ja nicht tun, da es in der Stadt kein Benzin zur Zeit gibt. Ich denke der veralbert uns, aber nein. Auf dem Schwarzmarkt ersteht Rolf endlich etwas Benzin. Auto jedoch weiterhin kaputt. Ganze Aktion dauert 3-4 Stunden. Ich frage ob er sich nicht eine andere Werkstatt suchen möchte. Nein, denn hier stiehlt man nicht die Originalteile eines Autos und ersetzt diese mit Billigteilen und das sei ja schon mal einiges Wert. Nur der Tank wird entleert. Traurig, denn das wird abgetan mit „this is Africa“. Wir schaffen es eine Versicherung für Äthiopien abzuschließen, denn diese muss man angeblich bei der Ausfahrt später aus dem Land vorweisen. Als wir versuchen eine Yellow Card abzuschließen, soll dies knapp 500 Euro kosten. Entschließen uns dagegen. Eines der Highlights war der Besuch von einem Supermarkt um die Reserven aufzufüllen. 25.04.17: Heute haben wir die Info bekommen, dass Dominiks Einsatzort sich verändert hat und a.e. in Nairobi sein wird. Hmmm. Zusätzlich haben wir unseren Reifen heute in die Reparatur gebracht. 1,5 h hat der gute Mann versucht die Felge vom Reifen zu bekommen. Am Ende hat er aufgegeben und gemeint der Reifen Berge keine Gefahr. Nun fühle ich mich sehr sicher (doubt). Ich hoffe auf viel Natur, Ruhe und reibungslose Fahrt demnächst. Als Abschluss unseres Aufenthalts besuchen wir einen Bekannten aus der deutschen Botschaft. Wir werden großzügig eingedeckt mit deutschen Lebensmitteln. Wir sind in Addis Abeba auf viel Gastfreundschaft gestoßen. Danke.

Wir erreichen am 27.04. Lake Langano auf 1600m. Das Wasser ist bräunlich. Karkaro , der Zeltplatz , liegt direkt am Wasser.

Auf dem Weg hierher fahren wir an Erdbeerfeldern entlang ( eingedeckt- lecker) sowie auch an Weinstöcken. Wettertechnisch Sandsturm gefolgt von Regen. Ein spannender Tag. 28.04.17 Wir erreichen Lake Shala am frühen Nachmittag. Es schließt sich uns ein Parkranger dieser Region an und zeigt uns einen ruhigen Stellplatz. Später führt er uns zu versteckten heißen Quellen sowie nah an den See heran mit seinen Hunderten Flamingos und anderen Vogelarten ( Pelikane, Weißkopfseeadler, Ibis,…). Ein Gewitter bricht los. Dadurch sieht man jetzt erst recht, dass wir uns an einem Vulkan und Vulkansee befinden. Die Erde dampft aus verschiedenen Löchern. Steckt man die Hand in Solche Spalten kommt einem heiser Dampf entgegen. Es regnet den ganzen Abend weiter und wir genießen derweilen eine Erbsensuppe ( eines der „Geschenke“ aus Addis Abeba). Abends verschwinden unsere Schuhe. Ein Mann teilt uns mit sie wurden mit ins Haus genommen, da hier scheinbar Hyänen Schuhe fressen. Sonderbar.

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